
VIA HealthTech und die Universität Trier forschen gemeinsam: Wie KI die Psychotherapie von morgen unterstützen kann
Diese Partnerschaft markiert für uns einen wichtigen Schritt: weg vom reinen Tool-Anbieter, hin zu einem wissenschaftlich verankerten Akteur in der Weiterentwicklung der psychotherapeutischen Versorgung.

Ein Forschungsstandort von internationalem Rang
Wer die Trierer Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie kennt, weiß: Sie ist weit mehr als ein universitäres Institut. Unter Prof. Dr. Wolfgang Lutz hat sich das Team in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der führenden Zentren der Psychotherapieforschung entwickelt, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.
Die Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem auf dem sogenannten Routine Outcome Monitoring, also der systematischen, sitzungsbegleitenden Messung des Therapieverlaufs, sowie auf der Entwicklung und Evaluation datengetriebener Entscheidungshilfen für Therapeutinnen und Therapeuten. Mit dem Trier Therapie Navigator (TTN) und dem TN-PRO hat das Team bereits praxisnahe Instrumente entwickelt, die das therapiebegleitende Monitoring in den klinischen Alltag bringen. Internationale Auszeichnungen, ein eigenes PhD-Programm in Psychotherapieforschung und eine lange Reihe hochrangiger Publikationen belegen die wissenschaftliche Exzellenz dieses Standorts.
Die gemeinsame Studie: KI als Unterstützung im Therapieverlauf
Im Rahmen der Kooperation starten VIA HealthTech und die Universität Trier nun ihre erste gemeinsame Studie:
„Evaluation LLM-gestützter Verlaufserhebungen in der ambulanten Psychotherapie"
Klingt technisch, ist aber im Kern eine sehr menschliche Frage:
Kann künstliche Intelligenz dabei helfen, den Verlauf einer Psychotherapie zu verstehen?
Der Hintergrund
In der ambulanten Psychotherapie werden regelmäßig standardisierte Fragebögen eingesetzt, um den Behandlungsfortschritt zu erfassen. Das sogenannte Routine Outcome Monitoring ist wissenschaftlich gut belegt: Therapeutinnen und Therapeuten, die systematisches Feedback über den Therapieverlauf erhalten, erzielen nachweislich bessere Behandlungsergebnisse. Das Problem: Für Patient:innen bedeutet das wiederkehrenden Aufwand und nicht jeder füllt Fragebögen gleich zuverlässig oder motiviert aus.
Hier setzt die Studie an.
Die Forschungsfrage
Über VIA werden Therapiesitzungen aufgezeichnet und in Textform transkribiert. Parallel dazu füllen die teilnehmenden Patient:innen über das TN-PRO-System regelmäßig standardisierte Fragebögen aus.
Die zentrale wissenschaftliche Frage: Wie gut stimmen KI-basierte Einschätzungen, die auf Basis der Transkripte generiert werden, mit den tatsächlichen Fragebogenwerten der Patient:innen überein?
Dafür werden sogenannte Large Language Models (LLMs) eingesetzt, also KI-Systeme, die die Therapieinhalte analysieren und daraus Schätzwerte für gängige psychometrische Erhebungsinstrumente ableiten. Diese KI-generierten Werte werden anschließend von der Universität Trier wissenschaftlich ausgewertet und mit den echten Angaben der Patient:innen verglichen.
Wichtig: Die KI-Auswertungen dienen in dieser Phase ausschließlich der Wissenschaft. Sie werden weder Therapeut:innen noch Patient:innen angezeigt und haben keinerlei Einfluss auf laufende Behandlungen.
Was bedeutet das für Therapeutinnen und Therapeuten?
Auf den ersten Blick klingt eine Studie dieser Art wie ein akademisches Projekt mit wenig direktem Bezug zum Praxisalltag. Aber das Gegenteil ist der Fall. Denn was hier erforscht wird, könnte die tägliche Arbeit von Psychotherapeutinnen und -therapeuten in einigen Jahren spürbar verändern.
Weniger "Ausfüll- und Auswertungs-"Aufwand
Wenn KI-Systeme zuverlässig aus Sitzungsmitschnitten klinisch relevante Informationen ableiten können, könnte ein Teil der heute manuell erhobenen Verlaufsdaten künftig automatisch, passiv generiert werden, ohne dass Patient:innen zusätzliche Fragebögen ausfüllen müssen und ohne, dass Therapeut:innen diese manuell auswerten müssen.
Bessere Verlaufsübersicht
Therapeut:innen, die kontinuierlich Rückmeldung über den Therapieverlauf erhalten, können schneller auf Stagnation oder Verschlechterung reagieren. KI könnte dabei helfen, diese Rückmeldeschleifen enger und präziser zu machen.
Fundierte Entscheidungsunterstützung
Langfristig könnte ein valides KI-gestütztes Monitoring die Grundlage für neue Features in VIA bilden, um Einschätzungen, Hinweise und Reflexionshilfen zu geben, die direkt aus dem Sitzungsgeschehen entstehen und wissenschaftlich abgesichert sind.
Wir freuen uns auf diesen gemeinsam Weg mit der Universität Trier und gemeinsam mit unseren Nutzerinnen und Nutzern!
Bei Fragen zur Studie oder zur Kooperation könnt ihr uns jederzeit erreichen:
📧 kontakt@via-health.de
BMehr zur Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Trier:
www.uni-trier.de › Klinische Psychologie und Psychotherapie









