KI in der Psychotherapiepraxis – Was die BPtK sagt

Künstliche Intelligenz hält Einzug in den deutschen Gesundheitssektor – und macht auch vor der Psychotherapiepraxis nicht halt. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat dazu eine praxisnahe Orientierungshilfe veröffentlicht, die Therapeutinnen und Therapeuten beim verantwortungsvollen Umgang mit KI-gestützten Verwaltungstools unterstützen soll. Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammengefasst.
Manuel Gremblewski
09. März 2026

Was bedeutet „administrative KI" in der Praxis?

Die BPtK unterscheidet klar zwischen KI-Anwendungen im therapeutischen Kernbereich und solchen, die administrative Aufgaben unterstützen. Letztere umfassen zum Beispiel:

  1. Automatisierte Terminverwaltung und Erinnerungssysteme
  2. KI-gestützte Dokumentation und Berichterstellung
  3. Kommunikationsassistenten für die Patientenkorrespondenz
  4. Transkription und Zusammenfassung von Gesprächen

Gerade in diesem Bereich sieht die BPtK ein großes Potenzial zur Entlastung von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten – betont jedoch gleichzeitig die damit verbundene Verantwortung.

Für die strengen Sicherheitsanforderungen der Psychotherapie konzipiert.

Die wichtigsten Leitlinien der BPtK

1. Datenschutz hat oberste Priorität

Psychotherapeutische Praxen verarbeiten besonders sensible personenbezogene Daten. Die BPtK weist ausdrücklich darauf hin, dass beim Einsatz von KI-Tools die Anforderungen der DSGVO vollumfänglich eingehalten werden müssen. Das bedeutet konkret:

  1. Notwendigkeit eines C5 Typ 2-Testats für Cloud-Dienste (§ 393 SGB V)
  2. Eine Datenschutz-Folgenabschätzung ist in vielen Fällen Pflicht
  3. Patientendaten dürfen nicht ohne ausdrückliche Einwilligung in externe KI-Systeme übertragen werden
  4. Anbieter müssen als Auftragsverarbeiter vertraglich gebunden werden

„Die therapeutische Schweigepflicht gilt auch im digitalen Raum – ohne Ausnahme."

2. Transparenz gegenüber Patientinnen und Patienten

Wenn KI-gestützte Tools in der Praxis eingesetzt werden, müssen Patientinnen und Patienten darüber informiert werden. Die BPtK empfiehlt, den Einsatz klar zu kommunizieren und, wo erforderlich, eine informierte Einwilligung einzuholen. Vertrauen ist die Grundlage jeder therapeutischen Beziehung, und dieses Vertrauen muss auch im Umgang mit Technologie gewahrt bleiben.

3. Therapeutische Verantwortung bleibt beim Menschen

KI kann unterstützen, aber niemals ersetzen. Die BPtK stellt klar: Die fachliche und rechtliche Verantwortung für alle Entscheidungen, auch solche, die durch KI-Systeme vorbereitet wurden, verbleibt stets bei der approbierten Fachkraft. Das gilt insbesondere für:

  1. KI-generierte Dokumentationen und Berichte
  2. Automatisch erstellte Anamnesezusammenfassungen
  3. KI-basierte Terminpriorisierungen

Jede KI-Ausgabe muss kritisch geprüft und freigegeben werden.

4. Qualität und Sicherheit der eingesetzten Tools prüfen

Nicht jede KI-Anwendung, die auf dem Markt verfügbar ist, ist für den Einsatz in einer Psychotherapiepraxis geeignet. Die BPtK empfiehlt, Tools anhand folgender Kriterien zu bewerten:

  1. Zertifizierungen und Compliance (z. B. BSI C5 Typ 2, ISO 27001, DSGVO-Konformität)
  2. Transparenz über den Verbleib und die Verarbeitung der Daten
  3. Regelmäßige Sicherheitsupdates und Support durch den Anbieter

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Chancen und Herausforderungen im Überblick

Der Einsatz administrativer KI bietet reale Vorteile für den Praxisalltag:

  1. Zeitersparnis bei Routineaufgaben wie Dokumentation und Korrespondenz
  2. Weniger administrative Last, mehr Zeit für die eigentliche therapeutische Arbeit
  3. Bessere Erreichbarkeit für Patientinnen und Patienten durch automatisierte Kommunikation

Gleichzeitig bestehen Herausforderungen, die nicht unterschätzt werden dürfen:

  1. Hohe Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit
  2. Notwendigkeit der kontinuierlichen Qualitätskontrolle
  3. Rechtliche Unsicherheiten in einem sich schnell entwickelnden Regulierungsumfeld

Was bedeutet das für Ihre Praxis?

Die Botschaft der BPtK ist klar: KI kann und soll Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten entlasten, aber nur dann, wenn sie verantwortungsvoll, transparent und datenschutzkonform eingesetzt wird. Der Einstieg in die KI-gestützte Praxisverwaltung ist kein Selbstläufer, sondern erfordert sorgfältige Planung, die Auswahl geprüfter Anbieter und eine aktive Auseinandersetzung mit den rechtlichen Rahmenbedingungen.

Wie VIA HealthTech Sie unterstützt

Bei VIA HealthTech verstehen wir die besonderen Anforderungen des psychotherapeutischen Versorgungsbereichs. Unsere Lösungen sind von Grund auf mit Blick auf Datenschutz, Transparenz und die spezifischen Bedürfnisse von Heilberuflern entwickelt. Wir begleiten Sie dabei, die Potenziale der KI sicher und praxisnah zu erschließen, ganz im Sinne der BPtK-Empfehlungen und darüber hinaus.
Sie möchten mehr erfahren? Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gerne, welche KI-gestützten Tools zu Ihrer Praxis passen und wie Sie den Einstieg sicher gestalten können.